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Immobilienfinanzierung: Lohnt sich ein Bausparvertrag?

Wer eines Tages ein Haus bauen möchte, braucht einen Bausparvertrag. Was noch vor Jahren für viele gesetzt schien, steht in der anhaltenden Niedrigzinsphase auf dem Prüfstand. Tatsächlich verfügt rund ein Drittel aller deutschen Haushalte über diese Anlageform. Damit zählt dieses Finanzprodukt hierzulande zu den beliebtesten Sparanlagen. Das liegt möglicherweise auch an den attraktiven Fördermöglichkeiten. Doch wie funktioniert das Prinzip Bausparen eigentlich und für wen kommt es in Frage?

 

Inhalt:

Das Bausparprinzip: Bausparen einfach erklärt

Auch wenn sich ein Bausparvertrag bei entsprechender Tarifwahl als Sparanlage unabhängig vom Hausbauen eignet, ist der primäre Zweck dieser Anlageform das Ansparen für eine Immobilie. Dazu schließen Interessenten einen Vertrag über einer individuelle Bausparsumme mit einer Bausparkasse, der auf einem Sparplan und einem Immobiliendarlehen beruht - in vielen Fällen ist inzwischen ein Online-Bausparantrag möglich.

Sobald die zu Beginn festgelegte Eigensparquote angespart ist, erhalten Kunden ihr Darlehen, um sich ihren Traum vom Eigenheim erfüllen zu können. Dieser Prozess gliedert sich in drei Phasen. 

Beispiel-Rechnung: Angenommen, Ihre finanzielle Situation lässt es zu, dass sie monatlich 200 Euro zur Seite legen. Wenn Sie diesen Betrag als Bausparsumme festlegen, haben Sie Ihre Bausparsumme nach der Ansparphase von sieben bis acht Jahren zusammen und können Sie in eine Immobilie investieren.

Die Bausparphasen: In 3 Schritten zum Ziel

Das vertragliche Bausparen unterteilt sich in drei Phasen, ehe die Rückzahlungsphase erfolgt.

 

Sparphase

In dieser Phase sparen Sie einen Mindestbetrag von 40 bis 50 Prozent der notwendigen Bausparsumme an. Diese definieren Sie beim Vertragsabschluss mit Ihrer Bausparkasse.

 

Zuteilungsphase 

Haben Bausparer ihr Eigenkapital nach der eingangs festgelegten Zeit angespart, gilt der Bausparvertrag als “zuteilungsreif”. Nun können Sie sich Ihre Bausparsumme auszahlen lassen und mit einem Immobiliendarlehen zzgl. Zinsen kombinieren.

 

Darlehensphase

In der Darlehensphase steht Ihnen die gesamte Bausparsumme zur Verfügung. Nun beginnt die Rückzahlung Ihrer Immobilienfinanzierung an Ihre Bausparkasse zum ursprünglich vereinbarten Darlehenszins.

Bausparen und Förderungen nutzen

Auch wenn der Bausparvertrag aufgrund der Niedrigzinsphase zunächst nicht mehr besonders attraktiv erscheinen mag, lohnt er sich spätestens, wenn Sie die damit verbundenen Fördermöglichkeiten in Anspruch nehmen. Da diese Zuschläge bereits in der Ansparphase fließen, verkürzt sich die Zeit, bis Ihr Bausparvertrag zuteilungsreif ist.

Nehmen Sie für Ihren Bausparvertrag eine finanzielle Förderung in Anspruch. | © Shutterstock
Nehmen Sie für Ihren Bausparvertrag eine finanzielle Förderung in Anspruch. | © Shutterstock

Vermögenswirksame Leistungen

Arbeitnehmer, Auszubildende, Beamte, Soldaten und Richter können monatlich einen Betrag von maximal 40 Euro für Ihren Bausparvertrag verwenden. Diese vermögenwirksamen Leistungen sind für den Arbeitgeber eine freiwillig Zahlung. 

 

Arbeitnehmersparzulage

Bausparer mit einem jährlich zu versteuernden Einkommen von höchstens 17.900 Euro (Verheiratete: 35.800 Euro), die vermögenswirksame Leistungen für Ihren Bausparvertrag beziehen, bekommen vom Staat eine Zulage von bis zu 43 Euro pro Jahr (Verheiratete: 86 Euro) für wohnwirtschaftliche Zwecke. Diese Sparzulage kann über die Einkommensteuererklärung beantragt werden. 

 

 

Wohnungsbauprämie

Liegt Ihr zu versteuerndes Einkommen bei maximal 25.600 Euro (bei Verheirateten bei 51.200 Euro), steht zukünftigen Bauherren eine Wohnungsbauprämie von 8,8 Prozent der jährlichen Einzahlungen zu. Voraussetzung ist, dass pro Jahr mindestens 50 Euro für den Bausparvertrag eingezahlt werden.

 

 

Wohn-Riester

Wer Wohn-Riester beziehen möchte, darf seine Bausparsumme ausschließlich für den Bau bzw. Kauf einer Immobilie zu eigenen Zwecken oder für den altersgerechten Umbau aufwenden. Um jährlich 175 Euro Grundzulage vom Staat zu erhalten, müssen Bausparer über eine gesetzliche Rentenversicherung verfügen und mindestens vier Prozent ihres Vorjahresbruttoeinkommens (abzüglich der zu erwartenden Zulagen) in den Bausparvertrag einzahlen. Für jedes kindergeldberechtigte Kind gibt es zusätzlich bis zu 300 Euro. 

Hinweis

Lassen Sie sich zu steuerlichen Aspekten hinsichtlich der Förderungen für Ihren Bausparvertrag beraten und machen Sie ggf. Steuervorteile geltend.

Ist Bausparen noch sinnvoll? Vor- und Nachteile eines Bausparvertrags

Die Niedrigzinsphase hält an und viele zukünftige Bauherren fragen sich, ob sich ein klassischer Bausparvertrag noch lohnt. Um Ihnen die Entscheidung für oder gegen diese Sparanlage zu erleichtern, schauen wir uns im Folgenden die Vorteile und Nachteile des Bausparens an. 

Vorteile eines Bausparvertrags Nachteile eines Bausparvertrags
Bausparen gilt als sichere und planbare Anlageform. Aufgrund der aktuellen Niedrigzinsphase ist ein Bausparvertrag bedingt empfehlenswert, weil der Guthabenzins in der Sparphase niedriger ausfallen kann als bei anderen Geldanlagen.
Der Darlehenszins für die Spar- und Darlehensphase wird mit dem Vertragsabschluss festgelegt. Die vereinbarten Bausparkassen geben keine Garantie darüber, ob ein Bausparvertrag zu einem bestimmten Zeitpunkt zuteilungsreif ist. Haben zu wenige Bausparer eingezahlt, steht Bausparkassen nicht ausreichend Kapital zur Verfügung.
Bausparer erhalten ein vergleichsweise zinsgünstiges Darlehen. Beim Abschluss eines Bausparvertrags fällt eine Abschlussgebühr (Vermittlerprovision) von bis zu 1,6 Prozent der Bausparsumme an. Diese Anschlusskosten werden von den ersten Spareinlagen abgezogen.
Für den Bausparvertrag können finanzielle Förderungen in Anspruch genommen werden (Arbeitnehmersparzulage, vermögenswirksame Leistungen, Wohnungsbauprämie, Riesterförderung). Wer einen Bausparvertrag abschließt, bekommt sein Darlehen nicht sofort. Für den spontanen Hausbau oder Immobilienkauf ist ein Bausparvertrag aufgrund der langen Ansparzeit deshalb nicht geeignet.
Bausparer entscheiden nach einer siebenjährigen Sperrfrist selbst, wofür Sie Ihre Bausparsumme einsetzen.  
Mithilfe von Sondertilgungen bleiben Bausparer in ihrer Rückzahlungsphase flexibel.  

Fazit

Ein Hausbau oder -kauf bedarf in den allermeisten Fällen einer gut durchdachten Finanzierung. Teil dieses Finanzierungsplans kann für bestimmte Personengruppen ein Bausparvertrag sein, solange das Immobilienprojekt noch einige Jahre auf sich warten lassen darf. Abgesehen von der planbaren Zinssicherheit rentiert sich der Bausparvertrag zwar nicht als reine Sparanlage. Kombiniert mit den entsprechenden Förderungen können jedoch finanzielle Vorteile entstehen und das Wohnglück rückt in greifbare Nähe.

 

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