Checkliste für den Grundstückserwerb

Was Bauherren beachten sollten?

Lage

Die Lage ist eines der wichtigsten Entscheidungskriterien, da diese später nicht mehr geändert werden kann. Im Vorfeld sollten sich Bauherren Gedanken darübermachen, welche Infrastruktur sie benötigen. Befinden sich in der Nähe öffentliche Verkehrsmittel bzw. ist man darauf angewiesen? Sind Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, Kindergärten, Ärzte, Banken, Freizeitmöglichkeiten wie Spielplätze, Kinos etc. in der Umgebung? Wo liegt die nächstgrößere Stadt? Außerdem sollte sichergestellt werden, dass sich in unmittelbarer Nähe keine Lärmquellen, wie Flughäfen oder Autobahnen befinden.

Hanglagen können zudem die Baunebenkosten in die Höhe treiben, aufgrund zusätzlich notwendiger Erdarbeiten. Die Ausrichtung des Grundstücks sollte ebenfalls begutachtet werden: Große Zimmerfenster im Ess- und Wohnbereich sollten nach Süden ausgerichtet sein.

Bebauungsplan

Als erstes ist es unbedingt notwendig darauf zu achten, ob das Grundstück als Bauland ausgewiesen ist. Dann muss geklärt werden, ob ein Bebauungsplan (B-Plan) existiert. Wenn ja, dann sollte dieser gründlich studiert werden, da nicht immer alle Haustypen und Größen zugelassen sind. Ein B-Plan kann eventuell die eigenen Bauwünsche stark einschränken. Besteht allerdings keiner, kann es sein, dass sich der Bau an den umliegenden Bauten in der Nachbarschaft orientieren muss. Auch darüber sollte man sich im Vorfeld gut informieren.

Größe

Die benötigte Grundstücksgröße hängt von den individuellen Bedürfnissen ab. Neben der Gartengestaltung beeinflusst auch die Grundstücksgröße die Größe des Hauses. Denn durch die Grenzbebauung muss das Haus mindestens 3 Meter von der Grundstücksgrenze abstehen. Die optimale Größe bei einer Hausgrundfläche von 120 m² liegt zwischen 400 und 600 m².

Boden

Die Beschaffenheit des Bodens sollte vor dem Grundstückserwerb geklärt werden. Bei einem geplanten Kelleraushub sind lehmige, tonige und steinige Böden hinderlich und können somit Mehrkosten verursachen.

Altlasten

Der Abriss von Altlasten wie Schuppen, Garagen oder Sonstiges verursachen zusätzliche Kosten und müssen daher berücksichtigt werden. Es empfiehlt sich vorweg ein Bodengutachten (Kosten ca. 500 Euro) erstellen zulassen, da es Altlasten gibt, die nicht auf dem ersten Blick erkennbar sind, wie beispielsweise Öl, Asbest oder andere Schadstoffe. Als aktueller Eigentümer ist man für dessen Entsorgung verantwortlich und muss die Kosten tragen.

Erschließung

Grundsätzlich ist es empfehlenswert nur Grundstücke zu kaufen, wo alle wichtigen Versorgungs-, Abwasser- und Kabelleitungen bereits gelegt sind. Diese Kosten sind bereits im Kaufpreis enthalten. Ansonsten muss der Bauherr für die Erschließung eigenständig sorgen und die anfallenden Kosten übernehmen.

Grundstücksbewachsung

Sind Bäume auf dem Grundstück vorhanden, sollte vorher geklärt werden, ob diese dem Bauvorhaben im Weg stehen. Unter Umständen muss dann eine Fällgenehmigung eingeholt werden, da Bäume ab einer bestimmten Größe nicht gefällt werden dürfen. Zu beachten ist außerdem, dass Fällungen nicht zu jeder Jahreszeit möglich sind.

Nutzungsrechte

Zu beachten ist außerdem, ob im Grundbuch Nutzungsrechte, wie Wege-, Überfahrts- oder Leistungsrechte zu Gunsten eines Dritten eingetragen sind.

Kosten

Neben dem eigentlichen Kaufpreis des Grundstücks fallen folgende Kosten an:

  • Grunderwerbssteuer (je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent)
  • Notargebühren
  • Gerichtskosten für den Grundbucheintrag
  • Maklercourtage, wenn einer eingeschaltet wurde (3 bis 6 Prozent)
  • Vermessungskosten, wenn das Grundstück noch nicht vermessen wurde (ca. 1.000 Euro)
  • Hausanschlusskosten


Unsere Vertriebspartner im Musterhaus in Ihrer Nähe stehen Ihnen beratend zur Seite und unterstützen Sie gerne dabei das passende Grundstück zu finden.

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