
Wertbeständig wie Massivbauten

Es ist eine immer wieder gestellte Frage von künftigen Bauherren: Wie sieht es mit der Lebensdauer bei Fertighäusern aus? Dazu gibt es verschiedene Untersuchungen und aufgrund dessen eine klare Aussage: Fertighäuser aus Holz sind genauso wertbeständig wie Massivbauten. Zu diesem Ergebnis beispielsweise ist eine Forschungsarbeit der Universität Leipzig aus dem Jahr 2002 gekommen. Diese Studie, so der Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) in Bad Honnef, belegt eindeutig die hohen Qualitätsstandards im heutigen Fertigbau. Die Wissenschaftler Prof. Dr. Stefan Winter und Daniel Kehl vom Lehrstuhl für Stahl- und Holzbau der Uni Leipzig kamen in ihrer Untersuchung zu dem Schluss, dass moderne Holzhäuser sich bei Lebensdauer und Wertbeständigkeit nicht von Häusern aus Stein unterscheiden. Sie genügen allen Anforderungen an Wärme-, Feuchte-, Brand und Schallschutz oder übertreffen diese sogar. Die technische Lebensdauer von Holzbauten kann daher bei ordnungsgemäßer Instandhaltung mehrere hundert Jahre erreichen. Kurz: In einem Holzhaus könne man ein Leben lang wohnen - und es auch noch an Kinder und Enkelkinder vererben.

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Die Wissenschaftler haben die Entwicklung der Holztafel- und Holzrahmenbauweise seit den 60er Jahren untersucht, dokumentiert und mit anderen Bauweisen verglichen. Dabei haben sie festgestellt, dass sich die entscheidenden bautechnischen Kriterien in den vergangenen Jahrzehnten erheblich verbessert haben. Moderne Holzhäuser seien zukunftsorientierte und qualitätssichere Neubauten, denen zu Unrecht ein geringerer Wiederverkaufswert nachgesagt werde, so das Urteil der Forscher. Energieeffiziente Hightech-Fertighäuser wie sie heute gebaut würden, seien durch Sachverständige im Vergleich zu anderen Bauweisen nicht geringer zu bewerten. Das Forschungsvorhaben belegt, dass sich die Qualität des Holzbaus in den letzten 40 Jahren in allen Punkten, die für den Werterhalt einer Immobilie relevant sind, erheblich weiterentwickelt hat. Die Gesamtnutzungsdauer von Holzhäusern, die ab 1985 gebaut wurden, liegt bei 80 Jahren. Die technische Lebensdauer kann bei normaler Instandhaltung weit über 100 Jahre, wenn nicht gar mehrere 100 Jahre betragen. Damit zieht die Holzbauweise mit dem Massivbau gleich. „Im Hinblick auf die Beleihbarkeit, Wiederverwertbarkeit und Wertbeständigkeit gibt es also keine objektiven Gründe, ein Holzhaus schlechter einzustufen oder Bauherren in Fragen der Finanzierung zu benachteiligen“, so Prof. Dr. Ing. Stefan Winter.

Zu den gleichen Ergebnissen kam auch eine Untersuchung von Univ. Prof. Dipl.-Ing Horst Schulze von der TU Braunschweig. Alte Fachwerkhäuser befinden sich heute trotz jahrhundertelanger Wetterbeanspruchung in einem einwandfreien Zustand. In den USA und Kanada gibt es einen Millionenbestand an Holzhäusern. Die bautechnischen Vorschriften in der Bundesrepublik für die Errichtung von Gebäuden gelten allgemein, so dass die zugrunde gelegte Dauerhaftigkeit der Gebäude von jeder zugelassenen Bauart gewährleistet wird. Fazit der Untersuchung: Bei Erfüllung der gemachten Vorgaben ist eine Lebensdauer von mindestens 100 Jahren zu erwarten. Grundlage der Untersuchung: 250.000 bestehende Holzhäuser mit einem Alter bis zu 30 Jahren. Damit stehen also Holzhäuser den massiven in nichts mehr nach.
